Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner, des Sünders.

Das Jesusgebet – ein Satz, der mit dem Atem geht und im Herzen zur Ruhe kommt.

Mehr über das Gebet

Ein kurzes Gebet für jeden Moment

Das Jesusgebet ist das Herzstück des Gebetslebens in der orthodoxen Kirche. Es besteht aus nur einem Satz, den man leise, immer wieder und ohne Eile spricht – beim Gehen, bei der Arbeit, in der Stille. Es wird auch Herzensgebet genannt, weil es nicht im Kopf bleiben, sondern nach und nach ins Herz hinabsteigen soll.

Seine Worte vereinen zwei Stimmen aus dem Evangelium: den Ruf des blinden Bartimäus am Wegrand und die Bitte des Zöllners im Tempel (Lukas 18).

Die kurze Form lautet: „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.“ Mancherorts betet man auch nur: „Herr, erbarme dich.“

Ein Gebet für unterwegs

Die Wurzeln reichen bis zu den Mönchen der ägyptischen Wüste und in die Tradition der Hesychasten, zum Berg Athos und in die russischen Klöster. Gesammelt sind die Schriften dieser Überlieferung in der Philokalie.

Besonders bekannt wurde das Gebet durch die „Aufrichtigen Erzählungen eines russischen Pilgers“: Ein Wanderer zieht mit nichts als dem Gebet über die Landstraßen und lernt, es ohne Unterlass zu sprechen. Das passt zum Pilgern. Schritt um Schritt, Atemzug um Atemzug trägt der gleiche Satz durch den Tag.

Viele sprechen den ersten Teil beim Einatmen („Herr Jesus Christus, Sohn Gottes“) und den zweiten beim Ausatmen („erbarme dich meiner, des Sünders“). Das ist eine Hilfe, keine Pflicht.

Das Gebetsseil

Orthodoxe Christen zählen die Gebete an einem Knotenseil, der Komboskini. Hier ist ein Seil mit 33 Knoten zum Mitzählen: Mit jedem Gebet rückt ein Knoten weiter.

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